VPT-Meldung
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57. Bundesdelegiertenversammlung des VPT am 27./28. Mai 2005 in Goslar

Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des VPT, die Bundesdelegiertenversammlung, fand am 27. und 28. Mai 2005 im niedersächsischen Goslar statt. 
Neben den durch die Satzung vorgegebenen Routineaufgaben der Bundesdelegierten - unter anderem die Entgegennahme des Geschäftsberichts sowie die Entlastung des Vorstands - standen noch eine Vielzahl weiterer Einzelthemen auf der Tagesordnung.

Der Präsident des VPT, Bruno Blum, ging in seinem Bericht unter anderem intensiv auf die wirtschaftliche Situation der physiotherapeutischen Praxen ein, die geprägt ist durch die zunehmenden Finanzprobleme in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach den deutlichen Einbrüchen durch die Neufassung der Heilmittel-Richtlinien zum 1. Juli 2004 habe sich die Situation zwar wieder einigermaßen stabilisiert. Von Beruhigung könne allerdings nicht die Rede sein. Zum einen seien die Tendenzen in den einzelnen Bundesländern immer sehr unterschiedlich. Und zum anderen würde sich die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenkassen in den nächsten Jahren sicherlich nicht grundlegend bessern. Blum plädierte daher für eine Ausweitung des privat finanzierten Sektors. Als wichtigen Schritt in diese Richtung nennt er beispielhaft den vom VPT ins Leben gerufenen Präventions- und Wellnesstrainer, dessen Curriculum erst kürzlich überarbeitet worden sei. Weiteres zentrales Thema seines Berichts waren die Auswirkungen der neuen Heilmittel-Richtlinien. Er kritisierte vehement die gängige Praxis einiger Krankenkassen, korrekt erbrachte Leistungen immer öfter mit fadenscheinigen formalen Begründungen nicht zu vergüten. Hier werde offenbar versucht, auf Kosten der Heilmittelerbringer zu sparen.

Karl-Heinz Kellermann, Vizepräsident des VPT, stellte anschließend detailliert den Stand der Verhandlungen mit den Regionalkassen in Ostdeutschland dar und erläuterte die vertraglichen Neuerungen, die seit der letzten Bundesdelegiertenversammlung in Kraft getreten sind. Daneben informierte Kellermann über die nach wir vor sehr erfreuliche Mitgliederentwicklung in den ostdeutschen Landesgruppen sowie die äußerst positive Entwicklung der Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen im VPT. Die hohe Bereitschaft der Angehörigen der physiotherapeutischen Berufe an einer kontinuierlichen Fortbildung zeige, dass diese Berufsgruppe keine Angst vor einer Fortbildungsverpflichtung haben müsse.

Nach dem Tätigkeitsbericht des Präsidiums stellte der Bundesgeschäftsführer des VPT, Udo J. Fenner, die finanzielle Entwicklung im Geschäftsjahr 2004 dar. Unter anderem erinnerte Fenner daran, dass der VPT seine Mitgliedsbeiträge seit nunmehr neun Jahren nicht angehoben habe. Hieran könne man eine sehr solide Haushaltspolitik erkennen. Die Delegierten entlasteten den Vorstand nach dem Bericht einstimmig. Fenner informierte außerdem über den Verhandlungsstand zwischen Berufsverbänden und Krankenkassen zu den gemeinsamen Rahmenempfehlungen auf Bundesebene sowie über die zum Jahresanfang geänderten Zulassungsempfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen.

Der Geschäftsführer der VPT Akademie und Direktor des gemeinnützigen Schulvereins, Hans Hartogh, erläuterte im Anschluss die Aktivitäten der VPT-eigenen Einrichtung in Fellbach-Schmiden. Dabei stellte er vor allem die Kooperation mit der Dresden International University (DIU) im Hinblick auf das Bachelor- und Master-of-science-Studium einerseits sowie die TCM-Ausbildung andererseits heraus. Den Berichtsteil schloss Karl-Werner Doepp, Koordinator im VPT für das Thema Qualitätsmanagement, mit einem Überblick zum VPT-QM-System. Er dankte allen QM-Dozenten im VPT für die bislang geleistete Arbeit (sh. Abbildung) und resümierte, der Start sei äußerst gelungen.

Mit dem traditionellen Festabend endete der erste Tag der Bundesdelegiertenversammlung. Im Rahmen des Festabends wurden auch in diesem Jahr verdiente Ehrenamtsträger im VPT geehrt. Klaus-Dieter Heinisch, Vorsitzender der Bezirksstelle Schwaben/Allgäu, erhielt für seine über 15jährige ehrenamtliche Tätigkeit die goldene Ehrennadel des VPT. Peter Hein, Vorsitzender der Bezirksstelle Trier, wurde für mehr als 10 Jahre ehrenamtliche Arbeit im VPT mit der silbernen Ehrennadel geehrt.

Den zweiten Tag der Mitgliederversammlung leitete Frau Dr. Kornelia Möser von der Dresden International University mit einem sehr interessanten Referat über die gemeinsame Kooperation mit dem VPT ein. Dr. Ernst Boxberg führte anschließend fort und informierte ausführlich über verschiedene juristische Themen, insbesondere über die legalen Ausübungsmöglichkeiten der Osteopathie durch Angehörige der physiotherapeutischen Berufe. Hier hat der VPT völlig neue Impulse gesetzt, nicht zuletzt auch durch die Mitgründung der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO). Last but not least berichtete Uwe Espersen in seiner Eigenschaft als Koordinator für die Arbeitsgemeinschaften im VPT über deren Arbeit.

Die 57. ordentliche Bundesdelegiertenversammlung des VPT war geprägt von konstruktiven Diskussionen zu alternativen Angeboten in den physiotherapeutischen Praxen. Die Delegierten waren sich einig: Starres Festhalten an alten Strukturen darf es nicht geben. In diesem Sinne wird der VPT den eingeschlagenen Weg weiter gehen und für seine Mitgliedspraxen moderne Praxiskonzepte entwickeln und umsetzen.

Der veranstaltenden Landesgruppe Niedersachsen sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für den harmonischen Ablauf und die gute Organisation der Bundesdelegiertenversammlung ausgesprochen. Im nächsten Jahr wird die Landesgruppe Berlin-Brandenburg Ausrichter der dann stattfindenden 58. Mitgliederversammlung des VPT sein.

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