VPT-Meldung
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BMG | Rechtsverordnung zur Sicherung der Ausbildung in Kraft getreten

Foto: AdobeStock/stokkete

Am 12. Juni 2020 wurde die „Verordnung zur Sicherung der Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen während einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ seitens des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) verkündet. Sie ist rückwirkend zum 23. Mai 2020 in Kraft getreten und betrifft neben der Ausbildung von Physiotherapeuten auch die der Masseure / med. Bademeister. Ziel dieser Rechtsverordnung ist die Sicherung der qualifizierten Ausbildung auch während der schweren Zeit. Der VPT begrüßt diese Rechtsverordnung ausdrücklich, sichert sie doch die qualifizierte Ausbildung auch während der Corona-Pandemie.

So will das BMG mit dieser Verordnung gewährleisten, dass die Ausbildungsqualität langfristig gesichert wird und dem Erreichen des jeweiligen Ausbildungsziels sowie der zulässigen dazugehörigen Überprüfung nichts im Wege steht.

Die Rechtsverordnung umfasst unter anderen folgende Punkte:

Unterrichtsgestaltung

Digitale und andere geeignete Unterrichtsformate können sowohl für den theoretischen, als auch für den praktischen Unterricht eingesetzt werden. Diese Formate müssen dann ggf. in die Prüfungsvorbereitung und Unterrichtsgestaltung integriert werden, sofern sie in einer etwaigen praktischen Prüfung angewendet werden.

Verlängerung der Ausbildung

Sollte das Erreichen des Ausbildungsziels auf Grund der Pandemie und in der vorgesehenen Ausbildungszeit gefährdet sein, kann sich diese auf Antrag verlängern. Je nach Erforderlichkeit kann diese Verlängerung bis zu 6 Monate betragen.

Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse

Sofern das ordnungsgemäße Überprüfen des jeweiligen Prüfungsziels gewährleistet wird, kann von den jeweiligen Regelungen abgewichen werden. Der Prüfungsausschuss muss aus mindestens 3 Personen bestehen und die jeweiligen Aufgaben werden seitens der Behörde den Mitgliedern des Ausschusses zugeteilt.

Praktischer Teil der staatlichen Prüfung

Wenn bei der staatlichen Prüfung Patientenkontakt vorgesehen ist, kann dieser durch Modelle, Simulationspersonen oder Fallvorstellungen durchgeführt werden.

Qualifikation der Praxisanleitung

Die Tätigkeit der Praxisanleitung kann während der Pandemie (befristet bis zum 20. Juni 2020) durch eine Person erfolgen, deren berufspädagogische Zusatzqualifikation begonnen hat und bis zum 30. Juni 2021 abgeschlossen werden kann. Es muss ein entsprechender Nachweis erbracht werden.

Die Rechtsverordnung tritt ein Jahr nach Beendigung der epidemischen Lage, spätestens aber zum 31. März 2022 außer Kraft.

Der VPT begrüßt diesen Schritt ausdrücklich.  Bereits im Mai äußerten wir die Forderung, gemeinsam mit den anderen Mitgliedsverbänden des Spitzenverbands der Heilmitteverbände (SHV), eine Anpassung der Ausbildungsregularien für angehende Therapeutinnen und Therapeuten zu schaffen.

Es ist wichtig, dass die Ausbildung trotz der Pandemie eine gleichbleibende Qualität behält.“, so Hans Ortmann, Landes- und Bundesvorsitzender des VPT. „Nur eine qualifizierte und gut durchgeführte Ausbildung gewährleistet die ordnungsgemäße Patientenversorgung von morgen. Das Vertrauen der Patienten in die Arbeit der Therapeutinnen und Therapeuten darf nicht durch Einbußen in der Ausbildung während dieser schweren Zeit gemindert werden. Wir sind daher froh, dass das BMG auch auf unser Fachwissen in einer Stellungnahme zum Referentenentwurf zurückgegriffen und für die Umsetzung dieser Rechtsverordnung gesorgt hat.

Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger finden Sie hier: https://bit.ly/bmg_ausbildung

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