VPT-Meldung
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Finanzentwicklung der GKV im 1. Quartal 2005

Das BMGS hat die vorläufigen Daten zur Finanzentwicklung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im 1. Quartal 2005 veröffentlicht. Danach weist die GKV einen Überschuss von rund 160 Mio. Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fällt dieser Überschuss deutlich geringer aus; im 1. Quartal 2004 lag er bei 950 Mio. Euro.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt geht davon aus, dass die GKV trotzdem im Gesamtjahr 2005 deutliche Überschüsse erwirtschaften werde, da die Monate Januar bis März fast immer deutlich geringere Einnahmen als Ausgaben ausweisen würde. Zudem gäbe es, so das BMGS, noch einen pauschalen Zuschuss des Bundes für versicherungsfremde Leistungen in Höhe von 2,5 Mrd. Euro, die der GKV in 2 Tranchen zufließen würden. 

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen je Mitglied sind im 1. Quartal 2005 um 2,9 % gestiegen. Auch die beitragspflichtigen Einnahmen haben sich leicht erhöht (+ 0,5%). Den Ausgabenzuwachs im ersten Quartal erklärt das BMGS mit dem deutlichen Rückgang der Ausgaben in den ersten 3 Monaten des vergangenen Jahres nach Inkrafttreten der Gesundheitsreform. Speziell bei den Arzneien gab es enorme Vorzieheffekte zum Jahresende 2003. Der leichte Anstieg bei den Einnahmen ist damit begründet, dass für die Bezieher von Arbeitslosengeld II jetzt höhere Beiträge entrichtet werden als für die früheren Bezieher von Arbeitslosenhilfe.

Durch den Überschuss des vergangenen Jahres konnte die Verschuldung zurückgeführt werden und liegt jetzt mit Stand 31.12.2004 bei rd. 2 Mrd. Euro. Bundesgesundheitsministerin Schmidt betont abermals, dass weitere Beitragssatzsenkungen notwendig und möglich sind und nicht unter dem spekulativen Vorwand eventuell zu erwartender, künftiger Finanzrisiken unterbleiben dürfen. 

Die Veränderungsraten in den einzelnen Leistungsbereichen: 

Arzneimittelbereich
In den ersten 3 Monaten des Jahres 2005 lagen die Arzneimittelausgaben um 18,8% über den Ausgaben des Jahres 2004. Durch die Kompromisslösung bei den Arzneimittelrabatten wurde vor ca. 2 Wochen ein wichtiger Schritt zur Begrenzung dieser Ausgaben erreicht. In einer Rahmenempfehlung hat die Selbstverwaltung den Zuwachsrahmen für 2005 auf 5,8 % festgeschrieben. Gesundheitsministerin Schmidt appelliert an Ärzte und Ärztinnen, diese Zielvorgabe durch zweckmäßiges und wirtschaftliches verordnen einzuhalten. 

Krankengeld
Verbunden mit einem sehr niedrigen Krankenstand sind auch die Aufwendungen für das Krankengeld im 1. Quartal 2005 um 8,7% zurückgegangen. 

Krankenhausbereich 
Der Krankenhausbereich verzeichnet einen Zuwachs von 4,1 %. Erklärt wird dieser Zuwachs zum Teil durch die zeitliche Rechnungsabgrenzung für die Zahlung von Fallpauschalen. Anders als bei den tagesgleichen Pflegesätzen können Fallpauschalen in aller Regel nur dem Entlassungsjahr bzw. dem Entlassungsquartal zugeordnet werden. Somit fallen alle Patienten, die über dem Jahreswechsel hinaus im Krankenhaus lagen, dem 1. Quartal zu. 

Ärztliche Behandlung
Die Ausgaben für ärztliche Behandlung sind im 1. Quartal 2005 um 0,4% zurückgegangen. Gleichzeitig sind aber Ausgaben für ärztliche Früherkennungsmaßnahmen um fast 16,1% gestiegen. Leistungen der ärztlichen Früherkennung sind ebenso wie Schutzimpfungen und Arztbesuche von Kindern und Jugendlichen von der Praxisgebühr ausgenommen.

Heilmittel 
Die Ausgaben im Heilmittelbereich sind um 1,4% gesunken. Dabei verzeichnet der Osten mit + 4,1 % einen Ausgabenanstieg, während im Westen die Ausgaben um 2,4 % zurückgeführt wurden. 

Verwaltungsausgaben
Der Verwaltungsausgaben liegen um 1,5 % niedriger als im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit zeigt die durch die Gesundheitsreform festgeschriebene Anbindung der Verwaltungsausgaben an die beitragspflichtigen Einnahmen Wirkung.

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