VPT-Meldung
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Finanzentwicklung der GKV im Jahre 2004

Das BMGS hat die vorläufigen Abschlusszahlen zur Finanzentwicklung der Gesetzlichen Krankenversicherung des Jahres 2004 veröffentlicht. Demnach weisen die gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von 4 Mrd. Euro aus.

Im Jahr 2003 hatten die Krankenkassen noch ein Defizit von rd. 3,5 Mrd. Euro verzeichnet. Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) bewertet die zum 1. Januar 2004 in Kraft getretene Gesundheitsreform damit als erfolgreich. Der Überschuss, so Ministerin Schmidt, bilde nun die Grundlage um die Gesundheitsversorgung stärker und schneller auf mehr Qualität und Wettbewerb auszurichten. Das Jahr 2004 sei das Jahr der Konsolidierung gewesen. Jetzt komme es darauf an, Steuerungsinstrumente zur Verbesserung von Qualität und Wettbewerb konsequent umzusetzen. In diesem Zusammenhang erwähnt das BMGS Modelle zur integrierten Versorgung, Hausarztmodelle aber auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin, das vor wenigen Tagen seine Arbeit aufgenommen hat.
Insgesamt spricht Ministerin Schmidt von geschätzten Einsparungen in Höhe von 9 - 10 Mrd. Euro, die durch das GKV-Modernisierungsgesetz erreicht wurden. Unterstützt wird diese Schätzung von der Barmer Ersatzkasse, die mit einem Versichertenanteil von rd. 10 % einen Einspareffekt aus der Gesundheitsreform für 2004 von rd. 1,1 Mrd. Euro errechnete. 

Mit der Reform konnte ein Anstieg des Beitragssatzes auf 15 % verhindert werden. Der Überschuss ist deutlich höher ausgefallen, als noch von den GKV-Spitzenverbänden prognostiziert wurde (3 Mrd. Euro). Umso mehr sind die Krankenkassen jetzt gefordert, die Beitragssätze zu senken. 
Ebenfalls konnte durch den Überschuss des vergangenen Jahres die bis Ende 2003 aufgelaufene Verschuldung der Krankenkassen zu einem erheblichen Teil abgebaut werden. Das GKV-Modernisierungsgesetz sieht einen Schuldenabbau in vier Jahresschritten bis Ende 2007 vor. In vielen Fällen konnten die Altschulden bereits vollständig getilgt und neue Finanzreserven aufgebaut werden. 
Die Leistungsausgaben sanken im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 % je Mitglied. Gleichzeitig stiegen die beitragspflichtigen Einnahmen um ca. 1,3 % je Mitglied. Die Verwaltungskosten der Krankenkassen blieben unverändert. 
Die Entwicklung in den einzelnen Leistungsbereichen: 

• Arzneimittelbereich
Im Arzneimittelbereich liegt ein Ausgabenrückgang von 9,5 % je Mitglied vor. Insgesamt konnten im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr 2,4 Mrd. Euro eingespart werden. Ursächlich hierfür sind der Herstellerabschlag für Arzneimittel ohne Festbetrag, ein Anstieg des Zuzahlungsvolumens bei Arzneimitteln sowie deutliche Rückgänge bei nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

• Ärztliche Versorgung 
Die Ausgaben für ärztliche Behandlung als auch für ärztlich verordnete Leistungen (Arzneimittel, Hilfsmittel und Fahrtkosten) sind erheblich zurückgegangen (Bund 5,8%). Allerdings, so Ministerin Schmidt, sind das auch die Verordnungs-Bereiche, die in den Vorjahren durch hohe Zuwachsraten entschiedenen Anteil an den Defizitproblemen der Krankenkassen hatten. Bei Früherkennungsmaßnahmen und Präventionsleistungen verzeichnen die Kassen Ausgabenzuwächse.

• Hilfsmittelbereich 
Hier gab es im gesamten Jahr 2003 Vorzugseffekte (speziell bei Brillen). Mit in Kraft treten der Reform konnten nun die Ausgaben um fast 15 % heruntergefahren werden.

• Heilmittelbereich 
Die Ausgaben für Heilmittel sind in Westdeutschland um 4,5% und in Ostdeutschland um 9,7% zurückgegangen. Für den Bund insgesamt macht dies ein Rückgang von 5,2% aus. Neben der Gesundheitsreform ist auch die Neufassung der Heilmittel-Richtlinien zum 1.Juli 2004 für den Ausgabenrückgang verantwortlich. 

• Verwaltungskosten der Krankenkassen 
Die Verwaltungskosten sind in der Summe aller Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Die Entwicklung bei den einzelnen Krankenkassen ist jedoch sehr unterschiedlich. Insgesamt konnten hier 300 Mio. Euro eingespart werden. 

• Soziale Dienste/ Prävention 
Positiv bewertet das BMGS die Zuwachsrate von 6,3% bei den Ausgaben für soziale Dienste / Prävention. Dieser Anstieg ist insbesondere auf hohe Veränderungsraten bei der Primärprävention/betrieblicher Gesundheitsförderung (rd. 23 %) und bei der Selbsthilfeförderung (12,0%) zurückzuführen. Trotzdem haben die Krankenkassen hier die gesetzlich vorgesehenen Ausgaben noch nicht vollständig ausgeschöpft. Das im Februar in die parlamentarischen Beratungen eingebrachte Präventionsgesetz wird in diesen Bereichen die Rahmenbedingungen entscheidend verbessern. 

• Krankengeld 
Der Rückgang der Ausgaben von rd. 8,5 % bei Krankengeld spiegelt den niedrigsten Krankenstand wieder, der jemals im gesamten Bundesgebiet seit der Wiedervereinigung im Jahr 2004 erreicht wurde.

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