VPT-Meldung
vom

Weiterentwicklung der Physiotherapie konkret

Foto: AdobeStock/Thomas Reimer

Ende Oktober 2019 war es soweit: Der SHV-Fachausschuss Physiotherapie hat konkrete Entwürfe für ein neues Gesetz über die Berufe der Physiotherapie sowie einen Kompetenzkatalog für die Physiotherapie der Fachabteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zugeleitet. „Wir fordern nicht nur, sondern wir zeigen der Politik konkrete Lösungswege für eine Weiterentwicklung der Physiotherapie in Deutschland auf“, erklärt Andrea Rädlein, Vorsitzende von PHYSIO-DEUTSCHLAND und Sprecherin des SHV-Fachausschusses Physiotherapie.

Nicht mehr ob, sondern wie

Nach mehr als 25 Jahren steht die Modernisierung des MPhG (Masseur- und Physiotherapeutengesetzes) endlich auf der politischen Agenda. Es geht dabei um die Sicherung der physiotherapeutischen Patientenversorgung in Deutschland. Dazu muss der Beruf des Physiotherapeuten attraktiv, chancenreich und international anerkannt sein.

„Für uns geht es nicht mehr nur darum, ob Physiotherapeuten zukünftig grundsätzlich an Hochschulen ausgebildet werden, sondern wie wir den Übergang von fachschulischer Ausbildung hin zum grundständigen Studium für alle Beteiligten machbar gestalten“, betont Hans Ortmann, Vorsitzender des VPT und Mitglied im SHV-Fachausschuss Physiotherapie. Dabei ist es allen Mitgliedern des SHV-Fachausschusses Physiotherapie bewusst, dass die Berufe des Physiotherapeuten und des Medizinischen Massagetherapeuten (neu) mit aktuell mehr als 21.000 angehenden Kolleginnen und Kollegen die größte Gruppe unter den Therapeuten ist. Doch der Ausschuss ist überzeugt davon, dass in einem Übergangszeitraum von etwa zehn Jahren ausreichend Studienplätze in den Bundesländern geschaffen werden können – der politische Wille ist nötig!

VAMOS-Studie belegt Praxisnähe und Mehrwert

Die aktuelle Verbleibstudie der Absolventen der Modellstudiengänge in den Gesundheitsberufen in Nordrhein-Westfalen (VAMOS-Studie) belegt: Vier von fünf Absolventen sind aktuell direkt in der Patientenversorgung tätig. Das wiederlegt eindeutig das Hauptargument der Politik, studierte Therapeuten würden nicht mehr mit Patienten arbeiten – das Gegenteil ist der Fall.

In der Studie wurden, neben den Absolventen selbst, auch Arbeitgeber befragt. Ein Großteil davon sieht bereits heute die im Studium zusätzlich vermittelten Fähigkeiten als Mehrwert in der praktischen Ausübung unserer Tätigkeit. Deshalb sieht der Vorschlag des SHV-Fachausschusses auch einen - im Vergleich zur fachschulischen Ausbildung - unverändert hohen praktischen Teil im Studium vor.

Nach Veröffentlichung der VAMOS-Studie bestätigt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), dass die Kompetenzen der Bachelorabsolventen in der Praxis bei den Patienten ankommen und sie dort auch dringend gebraucht werden.

Bestandsschutz, Jobgarantie und Weiterentwicklungsmöglichkeiten

Egal ob Praxisinhaber, Angestellter in Klinik oder Praxis, Lehrer, Dozent oder angehender Physiotherapeut, für alle bietet der Prozess hin zur hochschulischen Qualifizierung Chancen. Ja, es wird Veränderungen geben, doch der im BMG eingereichte Entwurf für das neue Berufsgesetz sieht in Paragraf 36 „Bestandsschutz und Übergangsvorschriften“ einen Bestandsschutz für die aktuell tätigen Kolleginnen und Kollegen vor. „Es geht uns darum, den Übergang zu gestalten und nicht die Berufsgruppe zu spalten“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV.<s></s>

Große Geschlossenheit gegenüber der Politik

Im SHV-Fachausschuss Physiotherapie sind Vertreter der drei maßgeblichen physiotherapeutischen Berufsverbände (IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND und VPT), des Verbandes Leitender Lehrkräfte in der Physiotherapie (VLL) und des Hochschulverbundes Gesundheitsfachberufe (HVG) aktiv. Damit bildet dieser Fachausschuss alle relevanten Player im Bereich der Physiotherapie in Deutschland ab.

In den nächsten Wochen und Monaten geht es darum, für das Konzept zu werben und mögliche Fragen der Politik - aber auch der Physiotherapeuten - zu beantworten. Deshalb ist den Mitgliedern des SHV-Fachausschusses Transparenz sehr wichtig. Alle Interessierten finden hier die eingereichten Papiere:

Haben Sie Fragen zu den Papieren und zum anstehenden politischen Prozess? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an info@shv-heilmittelverbände.de

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir mit weiteren Informationen auf alle Interessierten zukommen. „Die Novellierung des Berufsgesetzes ist eine historische Möglichkeit für unseren Beruf, die es bestmöglich zu nutzen gilt“, betonen einstimmig die drei maßgeblichen physiotherapeutischen Berufsverbände IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND und VPT die zukunftsweisende Wichtigkeit dieses Themas.

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