Hoher Verwaltungsaufwand: Zeit, die für Therapie fehlt
Fast 43 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass sie mehr als 10 Minuten je Behandlung für administrative Aufgaben wie, Zuzahlungsabwicklung, Rezeptprüfung/Abrechnung und Terminierung benötigen. Dies ist eine erhebliche Zeitspanne, die zusätzlich zu der Zeit am Patienten noch als Arbeitspensum auf die Therapeut*innen zukommt. Diese Aufgaben werden allerdings außerhalb der Therapiezeit am Patienten erbracht. In Anbetracht dessen ist es nicht verwunderlich, dass mehr als 20 Prozent der Teilnehmenden angeben, wöchentlich bis zu 60 Stunden zu arbeiten – eine Kombination aus Therapie und Verwaltung. Häufige administrative Aufgaben sind laut Umfrage fehlerhaft ausgestellte Rezepte. Demnach geben knapp 40 Prozent der Befragten an, dass 10 - 20 Prozent der Rezepte fehlerhaft ausgestellt sind oder einer Nachbearbeitung bedürfen. 20,3 Prozent der Befragten berichten, dass sogar zwischen 20 - 30 Prozent der ausgestellten Rezepte fehlerhaft sind. Diese Fehler führen nicht nur zu zusätzlichem Aufwand in der Verwaltung, und Absetzungen, sondern gefährden durch eine Verzögerung des Behandlungsbeginns auch die Patientenversorgung.
Zusätzlich zu der Prüfpflicht stellt die Zuzahlungsabwicklung eine der bürokratiefördernden Probleme dar.
Lösungsansätze: Bürokratie abbauen und Therapiezeit erhöhen
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind konkrete Maßnahmen erforderlich.
Eine Abschaffung der Zuzahlung insgesamt oder eine Anpassung als Pauschale durch eine Änderung des § 61 SGB V würde erhebliche Vereinfachungen für Patient*innen und Leistungserbringende bewirken, sowie gleichzeitig die aufgrund des Fachkräftemangels dringend benötigte Therapiezeit an den Patient*innen erhöhen (siehe Pressemeldung vom 31.5). Auch die Prüfpflicht der Verordnungen durch die Therapeut*innen muss erheblich erleichtert werden. So fordert der VPT, dass trotz fehlerhafter Angaben, die nicht therapierelevant sind, Verordnung angenommen und begonnen werden dürfen. Des Weiteren müssen bei der Einführung von zunehmend digitalen Prozessen Strukturen installiert werden, die fehlerhaft ausgestellte Verordnungen vermeiden. Diese Maßnahmen könnten den administrativen Aufwand erheblich verringern und den Therapeut*innen mehr Zeit für die Therapie ermöglichen.
Der VPT-Verband für Physiotherapie setzt sich dafür ein, diese Themen auf politischer Ebene zu platzieren und an Lösungen zu arbeiten, die sowohl den Therapeut*innen als auch den Patient*innen zugutekommen.
