„Ein lebendiger Ort für Austausch und Innovation“
In ihrer Eröffnungsrede betonte VPT-Bundesvorsitzende Manuela Pintarelli-Rauschenbach die Bedeutung des Hauses als „lebendiger Treffpunkt“, der allen Akteuren des Gesundheitssystems offensteht. Ziel ist es, den konstruktiven Dialog zwischen Politik, Wissenschaft, Verbänden und Öffentlichkeit zu fördern und zu intensivieren. „Das Haus der Physiotherapie ist weit mehr als ein Büro – es ist ein lebendiger Ort, an dem Fachwissen, politische Diskussionen und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenkommen,um die Physiotherapiebranche zu stärken und die Gesundheitsversorgung von morgen mitzugestalten.“
Eine erste Kostprobe dieses lebendigen, konstruktiven Miteinanders lieferte der Abend dann gleich selbst. Vertreter*innen aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Charité Berlin, der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV, darunter AOK und vdek) sowie aus Hochschulen, der Forschung und der Presse waren der Einladung des VPT gefolgt und wurden dafür mit pointierten Redebeiträgen, interprofessionellen Kontakten und der Aussicht auf eine starke Interessenvertretung der Physiotherapie in Berlin belohnt.
Grußwort aus dem BMG und Keynote von Franz Knieps
Als anerkennende Geste und offenes Gespächsangebot an die Branche durfte der Besuch von Tino Sorge, Parlamentarischer Staatssekretär im BMG, gewertet werden. In seinem Grußwort an die anwesenden Gäste bedankte er sich nicht nur für die Arbeit der Physiotherapeut*innen und das Engagement des VPT, sondern äußerte auch Verständnis für die Sorgen der Branche und bot ein stets offenes Ohr für den Austausch an.
Auch Franz Knieps, ehem. Vorstandsvorsitzender des BKK-Dachverbands und langjähriger gesundheitspolitischer Impulsgeber, ging in seiner Gastrede auf die tragende Rolle der Physiotherapie in der Gesundheitsversorgung ein, formulierten klare Appelle an alle beteiligten Parteien und erinnerte an die gesundheitspolitische Verantwortung der Entscheidungsträger.
Im Rückblick auf seine persönlichen Erfahrungen als Patient bestätigte Knieps, dass Physiotherapeut*innen in der Praxis schon heute weit mehr können, als ihnen formal zugestanden wird. Als persönlich Betroffener und als Experte im Gesundheitssystem plädierte er dafür, die Kompetenzen der Profession stärker anzuerkennen, die ärztliche Versorgung zu entlasten und Patient*innen einen direkten Zugang zu notwendiger Therapie zu ermöglichen.
Erste Verleihung der VPT Bruno-Blum-Medaille
Einen weiteren Höhepunkt des Abends markierte die erstmalige Verleihung der VPT Bruno-Blum-Medaille. Ausgelobt wird sie als Zeichen der Anerkennung für besondere Verdienste um die Entwicklung der Physiotherapie. Als erster Preisträger wurde am Abend Dr. Roy Kühne, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, ausgezeichnet. Unter anderem für seinen nachhaltigen Einsatz, die Bindung der Heilmittelvergütung an die Grundlohnsumme zu beenden – ein entscheidender Schritt für die wirtschaftliche Stärkung der Branche, wie Manuela Pintarelli-Rauschenbach, die dem sichtlich gerührten Roy Kühne die Medaille gemeinsam mit VPT-Bundesgeschäftsführer Thomas Ramm überreichte, in ihrer Laudatio betonte.
Dass die Wahl bei der Suche nach einem geeigneten Namensgeber auf Bruno Blum gefallen ist, verdankt sich keiner Zufallsentscheidung. Als Patron der Auszeichnung hat sich der gelernte Masseur und medizinische Bademeister – der 36 Jahre lang Physiotherapeut der deutschen Schwimmnationalmannschaft war und ebenso lange Präsident des VPT – geradezu aufgedrängt, wie Thomas Ramm in seinem einleitenden Beitrag vor der Verleihung deutlich macht: „Unter der Führung von Bruno Blum entwickelte sich der VPT zu einem modernen Berufsverband für Physiotherapie. Viele berufspolitische Meilensteine – von der Weiterentwicklung der Ausbildung über den Aufbau eines breiten Fort- und Weiterbildungsangebots bis hin zu den ersten Rahmenverträgen mit den Krankenkassen – tragen seine Handschrift.“ Und ergänzt: „Die Bruno-Blum-Medaille soll deshalb nicht nur an eine große Persönlichkeit erinnern, sondern uns auch ein Maßstab sein: Sie ehrt Menschen, die – wie Bruno Blum – mit Leidenschaft und Weitsicht die Physiotherapie stärken und unseren Berufsstand in die Zukunft führen.“
Haus der Physiotherapie – offene Türen für einen offenen Dialog
Steffen Gabriel, Leitung Politik und stellvertretender VPT-Bundesgeschäftsführer, konnte in seinem Redebeitrag zur perspektivischen Nutzung des neuen Hauses an diesen Gedanken anschließen. Wie einleitend schon Manuela Pintarelli-Rauschenbach betonte auch Gabriel die Bedeutung des Hauses als „lebendiger Treffpunkt“, der alle Akteure des Gesundheitssystems einlädt, den konstruktiven Dialog zwischen Politik, Wissenschaft, Verbänden und Öffentlichkeit im Interesse der Physiotherapie zu fördern und zu intensivieren. „Entscheidend ist, dass wir diese Räume gemeinsam mit Leben füllen und für die Zukunftsgestaltung der Physiotherapie nutzen“, so Gabriel. „Symposien, Workshops, Schulungen, Diskussionsrunden uvm. sollen diese Kultur des vielschichtigen Dialogs als ein lebendiges Miteinander realisieren.“
Gelungener Auftakt – ein Abend voller Begegnungen
Einen Ort schaffen, an dem die politische Interessenarbeit für unsere Mitglieder nahtlos in den konstruktiven, lösungsorientierten Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen übergeht - das war und bleibt Ziel und Anspruch von der ersten Idee bis zum ausgearbeiteten Gründungskonzept für das Haus der Physiotherapie in Berlin, das mehr ist, als ein bloßer Arbeitsort.
Mit dem Haus der Physiotherapie schlägt der VPT ein neues Kapitel seiner eigenen Geschichte auf und sendet ein starkes Signal an alle Akteure und in die Branche: Die Physiotherapie ist bereit, ihre Rolle im Gesundheitssystem weiter auszubauen – zum Wohl der Patient*innen, der Therapeut*innen und der gesamten Gesellschaft.
